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Riester-Rente

Kaum ein Thema wird so häufig von den Medien und den üblichen Talkshows aufgegriffen, wie die Riester-Rente. Doch was steckt überhaupt hinter Riester und ist es nun gut oder schlecht?

Die Antwort lautet: Es kommt drauf an!

Riester wurde 2002 eingeführt, als Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung. Bereits damals war ersichtlich, dass die staatliche Rente in Zukunft, keine Vollversorgung mehr bieten kann. Wieso dies so ist, werde ich in einem weiteren Artikel genauer ausführen und ihn anschließend verlinken.

Inhalt

Wer kann riestern?

Die Riesterförderung steht in erster Linie jedem zu, der pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung ist. Dazu zählen klassischerweise alle Arbeitnehmer und Azubis, sowie bestimmte rentenversicherungspflichtige Selbständige, wie z.Bsp. Handwerker.
Aber nicht nur Pflichtversicherte, auch Beamte, Richter, Berufs- und Zeitsoldaten, sowie mittelbar Förderberechtigte können riestern.
Sicherlich kommt jetzt die Frage auf, wer denn mittelbar förderberechtigt ist. Das ist leicht zu erklären. Mittelbar Förderberechtigte sind Ehepartner bzw. eingetragene Lebenspartner von allen unmittelbar Fördeberechtigten (also von den davor genannten Personenkreisen).

gesetzliche Rahmenbedingungen

Riester versteht man am leichtesten, wenn man es sich als Rahmen vorstellt. Der Gesetzgeber hat mit dem Altersvermögensgesetz bestimmte Bedingungen aufgestellt, die ein Produkt erfüllen muss um förderfähig zu sein.  Diese Bedingungen bilden den eben genannten gesetzlichen Rahmen. Wie das Produkt innerhalb des Rahmens funktioniert ist dabei vollkommen egal.
Hier liegt auch der Grund dafür, wieso Riester so umstritten ist. Je nachdem welches Produkt in dem Rahmen ist, können ganz unterschiedliche Ergebnisse entstehen. Analog dazu, kann in einem Bilderrahmen ein wunderschönes oder ein hässliches Bild eingerahmt sein. Der Rahmen kann aus einem hässlichen Bild aber kein Schönes machen.

Welche Bedingungen sind nun zu erfüllen?

Wen man im Hinterkopf behält, dass Riester die Lücke in der gesetzl. Rentenversicherung schließen soll, kann man sich die Bedingungen fast schon logisch herleiten.
Die angesparten Beiträge müssen mindestens zu Rentenbeginn garantiert sein. Das sich daraus ergebende Vermögen muss als lebenslange Leibrente ausgezahlt werden. Die Auszahlung darf hierbei nicht vor dem 62. Lebensjahr erfolgen (Verträge die vor dem 01.01.2012 geschlossen wurden, dürfen bereits ab dem 60. Lebensjahr ausgezahlt werden.).

Keine Regel ohne Ausnahme:
Bei Verträgen, die seit dem 01.01.2005 abgeschlossen wurden gilt, dass 30% des angesparten Vermögens einmalig zu Rentenbeginn ausgezahlt werden darf.
Zudem können Verträge mit einer Einmalzahlung abgefunden werden, falls die sich aus dem Vermögen ergebende Leibrente zu den Kleinsrenten gehört. Eine Kleinstrente liegt vor, wenn die Auszahlung geringer ist als 1% des Durchschnittsentgelts der gesetzlichen Rentenversicherung im vorvergangenen Kalenderjahr.

Förderung

Die Förderung besteht aus zwei Teilen. Zum einen zahlt der Staat direkt in den Vertrag ein. Das sind die Zulagen. Zum Anderen können die Beiträge steuerlich geltend gemacht werden.

Wie hoch sind die Zulagen und welche bekommst du?

  • EUR 175,- jährl. als Grundzulage
  • EUR 200,- einmalig, wenn der Vertrag vor Vollendung des 25. Lebensjahres geschlossen wird
  • EUR 185,- jährl. für jedes Kind, welches vor dem 01.01.2008 geboren wurde und für das du Kindergeld erhältst
  • EUR 300,- jährl. für jedes Kind, welches ab dem 01.01.2008 geboren wurde und für das du Kindergeld erhältst

Um die Zulage in voller Höhe zu bekommen, müssen 4% deines sozialversicherungspflichtigen Vorjahresbruttoeinkommens (bis maximal EUR 2.100,-)  in den Vertrag fließen. Diese musst du allerdings nicht gänzlich selbst zahlen. Du darfst die Zulagen, die du erhältst abziehen.

Hier ein kleines Beispiel zum besseren Verständnis:
Mal angenommen du hast im letzten Jahr EUR 30.000,- brutto verdient und bist unter 25.
In diesem Fall steht dir die jährliche Grundzulage und der einmalige Berufseinsteigerbonus zu, falls du dieses Jahr beginnst zu riestern.
Dein Beitrag berechnet sich dann wie folgt:
30.000€ x 4% = 1.200€
1.200€ – 175€ – 200€ = 825€
825€ : 12 = 68,75€
In diesem Beispiel würdest du also mtl. EUR 68,75 in den Vertrag einzahlen. Ankommen würden allerdings EUR 100,-. Das macht eine Förderquote von 45% ! Und da ist noch nicht der mögliche Steuervorteil berücksichtigt. 

Was hat es nun mit dem Steuervorteil auf sich?
Du kannst die gesamten Beiträge, die in deinen Riestervertrag fließen steuerlich geltend machen. Das bedeutet, du kannst sowohl deine Eigenleistung, als auch die staatlichen Zulagen als Sonderausgaben in deiner Steuererklärung angeben. Je nachdem wie hoch dein individueller Grenzsteuersatz ist, steht dir eine Steuerrückerstattung zu. Diese wird mit deinen Zulagen verrechnet.

Nehmen wir nochmal das Beispiel von oben:
Bei einem Einkommen von 30.000€ liegt der Grenzsteuersatz bei ca. 31%.
Insgesamt sind in den Vertrag 1.200€ geflossen.
Der rechnerische Steuervorteil liegt also ungefähr bei 1.200€ x 31% = 371€
Da bereits an Zulagen 375€ gezahlt wurden, erhälst du in diesem Beispiel keine Rückserstattung.
Ein Jahr später würde sie bei gleichbleibenden Rahmenbedingung, bei 196€ liegen. (Im zweiten Jahr fällt der Berufseinsteigerbonus weg)

Besteuerung in der Rentenphase

In der Rentenphase, werden deine Einkünfte aus dem Riestervertrag, mit deinem individuellem Steuersatz versteuert. Allerdings ist dieser in deiner Rentenzeit in der Regel niedriger, als im Erwerbsleben. 

Förderschädliche Verwendung

Falls du dein Riestervermögen förderschädlich verwendest, bist du verpflichtet, alle Zulagen und Steuervorteile die dir gewährt wurden zurückzuzahlen.

Was genau zählt als förderschädliche Verwendung?
Als förderschädlich gilt:

  • die Kündigung des Vertrags
  • das Abtreten oder Übertragen des angesparten Vermögens
  • die ständige Verlegung des Wohnsitzes in ein Nicht-EU-Land

Achtung! Beim Tod des Riestersparers gilt die Auszahlung oder Übertragung des Riester(rest)vermögens als förderschädlich. Einzige Ausnahme: Die Übertragung des Vermögens in den Vertrag des Ehepartners.

Fazit

Obwohl Riester häufig in der Kritik ist, kann es ein sehr lohnenswertes Instrument für die eigene Altersvorsorge sein.

Menschen mit einem geringen Einkommen und solche mit vielen Kindern profitieren vor Allem von den Zulagen.
Besserverdienende können sich hingegen über die steuerliche Begünstigungen freuen.

Wählst du das richtige Produkt aus, dann kannst du neben den Vorteilen, die dir der Staat gewährt, zusätzlich gute Renditen erwirtschaften.

Gerade fondsgebundene Riesterrentenversicherungen machen einen guten Job.

Falls du wissen möchtest, ob sich Riester auch für dich lohnt und welches Produkt das Richtige ist, dann helfe ich dir gerne weiter. Klick einfach auf den Butten unten!